Die Zitrone von Sorrent ist mit ihrer Farbe, ihrem Geschmack und Duft seit alters das Wahrzeichen der Halbinsel von Sorrent.
Das spezielle Klima, die besondere Oberflächengestaltung und die ganz bestimmten Eigenschaften des Bodens haben diese Frucht in ihrer Art zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Das ausgewogene Verhältnis zwischen Zitronensäure und Zucker, Qualität und Quantität der essentiellen Öle in der Schale bestimmen das Aroma und das unvergleichliche organoleptische Profil. Der Zitronenanbau auf der Halbinsel von Sorrent ist durch zahlreiche Abbildungen von Zitronen auf Fresken und Mosaiken belegt, die man in Pompeji und Herculaneum gefunden hat.
Diese beiden Städte,beide nicht mehr als 30 km von Sorrent entfernt gelegen, wurden beim Ausbruch des Vesuv im Jahre 79 n. Chr. zerstört.
In der "Casa del frutteto", dem Haus des Obstgartens in Pompeji, das 1951 ausgegraben wurde, ist ein Zitronenbaum dargestellt, was den Anbau in der Gegend um den Vesuv schon im ersten nachchristlichen Jahrhundert belegt. Die dargestellten Früchte gleichen in Form und Eigenart sehr jenen Zitronen, die noch heute in den Gärten und Zitronenhainen der Halbinsel von Sorrent zu finden sind und belegen damit die weit zurückreichenden Wurzeln dieser Art des Landbaus in dieser Gegend.
Ab dem 18. Jahrhundert begann man, die Zitronen von Sorrent intensiv anzubauen und im darauffolgenden Jahrhundert setzte ein schwunghafter Seehandel mit diesem Produkt nach Nordeuropa und nach Nordamerika ein. Begünstigt wurde dies durch Segelboote, die auf den Werften der Halbinsel von Sorrent gebaut wurden.
Dieser Markt blühte, trotz periodischer Krisen bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein. Aufgrund der raschen Entwicklung des Tourismus und der damit verbundenen Reduzierung möglicher Anbauflächen, aufgrund der Konkurrenz durch billigere Produkte minderer Qualität und auch in Folge abnehmender Bereitschaft der jungen Leuten, sich mit den niederen Einkommen in der Landwirtschaft zu bescheiden, kam die anscheinend endgültige Krise für die hiesige Zitrone.
1994 wurde die landwirtschaftliche Kooperative Solagri gegründet, welche die Hersteller von Limoncello in der Gegend unterstützte und die Zitrone von Sorrent preiswerter produzieren konnte. Nach und nach wurde der Gebrauch von Pestiziden und Kunstdünger reduziert. So konnte dann auch von der EU die Verleihung des Markenzeichens IGP - Indicazione Geografica Protetta (Geschützte Herkunftsbezeichnung) dieses typischen Produktes erreicht werden.
Die eiförmige Zitrone von Sorrent (eine Weiterentwicklung der Sorte Femminello Comune), entfaltet in der typischen Umgebung der Halbinsel von Sorrent ihre organoleptischen Eigenschaften, dies perfekte Gleichgewicht zwischen Zucker und Säure und dieser intensive Duft.
Nach alter Tradition werden aus Kastanienholz Schutzvorrichtungen gefertigt, gegen zu starke Sonneneinstrahlung, gegen Kälte und Hagelschlag, eine umweltschonende und den Gesamteindruck nicht beeinträchtigende Methode.
Die Ovale di Sorrento ist eine Sorte, die auch 5 bis 6 mal im Jahr blühen kann. Wenn die Witterungsbedingungen günstig sind, so blüht die Sorte bis Anfang November. Die Frucht ist dabei von unterschiedlicher Form, normalerweise eiförmig, manchmal aber auch mehr oder weniger rund oder länglich.
Die mittlere Größe eines Anbaubetriebs liegt bei weniger als einem Hektar, allerdings wandeln sich die einst im Familienbetrieb geführten Höfe mehr und mehr zu Unternehmen im engeren Sinne.
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